Texte

Julia Maurer´s paintings depict subjectivity at the core of its most sincere identity crisis. Here, in this almost voyeuristic scope, caught between a shame and irrational fear, the characters are stripped bare in their hopelessness, their emotional alienation, their troubled state of despair over a non-identified loss ot damage. Sometimes grotesque, often incomplete, as if archaic, they mercilessly perform the solitude and isolation of their characters in an uncanny landscape of soul which does not belong. Julia Maurer paints the architecture of the uncanny, suspended between the familiar of everyday surrounding and estranged of unknown and enigmatic territory, a stage for tormented feelings of aroused intensity, a house of dreams and desires, awaiting its fulfillment, but rather condemned to failure and oblivion. Here too, the mysterious takes over, and, together with a devastating sense of absence and emptiness, continues the plot of an almost detective story: in their provocative suggestiveness, between erasure and overt manifestation, one may read Maurer´s small-format paintings as bodies of evidence, documents of crime, real or imaginative, where omnipresent psychological transgressions, wounds and traumas are disturbing proofs of physical and psychic violence. Reduced, ascetic colour palette and almost naive and sublime painterly style execute anonymous „typical“ characters and the most banal, almost iconic housing architecture with a radically objective coldness, but also with a convincing personal truth of an inner experience.

Adam Budak, Joanneum Graz, in „waking doubting rolling shining and musing- improvisation of a faun, or on precarious life“- Academy of fine Arts Vienna, 2006)

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Als Meisterin des kleinen Formats erweist sich die 1983 geborene Julia Maurer. Ulrike Reinerts UBR Galerie stellt die junge Wienerin vor. Eine Wand hat Maurer mit Gedächtnisprotokollen bepflastert, die sie abends in Ringblöcke zeichnet. Aus den Wahrnehmungen des Tags filtert der zeitliche Abstand als nachhaltig Empfundenes und bildet daraus Kokons: Nachtschwarze Schraffuren hüllen weich ihren zarten Menschenkern, oder heller Grund trennt Personen und kleine Begebenheiten weiträumig vom Rest der Welt. Auf der Leinwand richtet die Künstlerin ihren Figuren einsame Bildbühnen ein; da schwingt ein Paar im Tanz die Peitschen oder zwei dunkle Jäger, vielleicht maskierte Cowboys, halten auf der Graslandkuppe inne. Julia Maurer schafft traumähnliche Sphären, wo atmosphärische Schleier in vieltonigem Weiß oder undurchdringliches Schwarz Realität ausblenden und Seelenräume öffnen.
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Brita Sachs, Die Beherrschung der Farbe und andere Erfindungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 187 vom 13.8.2011

Die zwielichtige, abseitige Welt hat ihre magischen Anziehungskräfte. Die junge Wiener Malerin Julia Maurer fühlt sich von dieser dunklen Sphäre besonders angesprochen. Auf manchen Bildern sind nur schemenhafte Umrisse von Gestalten oder Silhouetten in finsterer Umgebung zu sehen. Die von Walter Obholzer, Erwin Bohatsch und auf der Glasgow School of Art ausgebildete Malerin sucht nicht die großen Inhalte, aufwühlende Gefühle und erschütternde Emotionen. Ihr genügen kleine Beobachtungen aus dem Alltagsleben, um so etwas wie romantische Mystik und melancholische Stimmung zu erzeugen. Innerhalb kleiner Formate gelingen distanzierte und dennoch eindringliche psychologische Zustandsbilder, viele Sujets haben privaten bis intimen Charakter, was den Betrachter manchmal in eine bestimmte Rolle drängt. Julia Maurers Bilder haben etwas Traumartiges bis Gespenstisches. Die bewusst raue Malweise und die damit verbundene Unschärfe unterstreichen die Flüchtigkeit der Impression. Die Kunstwelt ist auf dieses Talent bereits aufmerksam geworden. Zahlreiche Ausstellungen und der Strabag Art Award/ Anerkennungspreis stehen am Beginn einer vielversprechenden Laufbahn.

Kunst in Salzbug, Kooperation der Weltkunst, 2011

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